30. Juni 2009

Kleiner Erziehungsratgeber: Eigenlob stinkt!



Also immer schön bescheiden bleiben. So wie das winzig kleine und fast unsichtbare Veilchen, das ja so viel sympathischer ist als die „stolze Rose, die immer bewundert sein will“. Steht wortwörtlich so in meinem Poesiealbum.

Die Rose stinkt also auch? Genau wie das Eigenlob? Na, zumindest ist sie unbequem. Sie hat nämlich ordentliche Stacheln, die ganz schön weh tun können, wenn man sie zu grob anfasst. Und will sie denn wirklich bewundert werden? Ist es nicht eher so, dass sie eben einfach bewundert wird, weil sie einfach so eine wundervolle Blume ist?

Ich stelle immer wieder traurig fest, dass Menschen, die sich auf einen Arbeitsplatz bewerben, sich leider oft ihre Chancen vergeben, weil sie dieses Sprichwort mit dem Eigenlob berücksichtigen. Man bleibt zurückhaltend, möchte auf keinen Fall als Angeber oder aufdringlich gelten. Und es wird noch schlimmer: Nicht nur, dass diese brav eingehaltene Zurückhaltung manche Menschen im Moos (neben den Veilchen) festhält, nein – frage ich manche Leute nach ihren Vorzügen und Stärken, dann geht das große Grübeln los. Nur komisch, dass meine Frage nach den Schwächen oft so flüssig und zügig beantwortet wird.

Gibt Dir das nicht auch zu Denken?

Ich freue mich immer wieder, wenn ich bei einem Coaching jemandem dabei helfen kann, die Sache mit dem Eigenlob ein für alle Mal abzuhaken und sich bewusst zu werden, was er seinem künftigen Arbeitgeber zu bieten hat. Und vor allem, dass er etwas zu bieten hat! Es genügt nicht, ein tolles Bewerbungsschreiben zu erstellen, man sollte das, was da drin steht, im Vorstellungsgespräch auch glaubhaft vertreten können. Das gelingt am besten mit einem guten Selbstwertgefühl.

Ich möchte Dir ein anderes, viel schöneres Sprichwort anbieten:

Man soll sein Licht nicht unter den Scheffel stellen.

Und – keine Angst vor Neidern!