28. Dezember 2009

Nachweihnachtsentschleunigung

Weihnachten ist vorbei. Ich weiß nicht, ob ich darüber traurig sein oder mich freuen soll. Dieses Jahr ist die Vorweihnachtszeit im Eiltempo an mir vorbei geflitzt, und wenn Schatz und ich uns nicht das erste Adventswochenende frei genommen hätten, um es in Augsburg zu verbringen, dann hätte ich von der heimeligen Adventszeit gar nichts mitbekommen.

Nicht dass ich sie nicht gesehen hätte, die Adventszeit - schließlich habe ich vier Wochen lang auf unserem Weihnachtsmarkt gearbeitet - gesehen habe ich sie durchaus. Aber empfunden? Doch, die leuchtenden Augen der Kinder haben mir jedes Mal das Herz geöffnet, und ich habe mir selbst eine Freude gemacht, indem ich den Kleinen, die an meinem Stand nach einem Geschenk gesucht hatten, extrem günstige "Taschengeldpreise" geboten habe :o) Mit vielen Kunden gab es viel zu Lachen, die meisten sind gut gelaunt, wenn sie den Weihnachtsmarkt besuchen, und mein (trotz Stress) meist lockeres Mundwerk trägt immer wieder zur allgemeinen Erheiterung bei.

Zu Hause blieb leider alles liegen... zehn Stunden täglich zu arbeiten, einschließlich an den Wochenenden, das hinterlässt Spuren. Meine Tochter hat sich um die Wäsche gekümmert, den Einkauf habe ich irgendwie zwischen normale Arbeit und Markt hinein gequetscht. Weihnachtspost habe ich geöffnet, andere nicht immer, und selbst verschickt habe ich auch keine. Backen? Bastelabende? Kerzenschein? Feierabend gegen 22 Uhr, todmüde, noch ein Tee, dann ins Bett. Schatz hat den Einkauf für die Feiertage übernommen, na immerhin haben wir den Einkaufszettel gemeinsam gemacht.

Heiligabend war recht ruhig, dann der erste Feiertag mit meiner Familie, den zweiten mit der Familie von Schatz, gestern dann konnte man fast hören, wie die Uhren von Stunde zu Stunde langsamer und langsamer ticken... ein Spaziergang im Schlossgarten, ein Besuch im Museum, die Nasen ins Schlosslädle gesteckt, gestöbert, gefreut, gelächelt... danach ein feines Essen, nur zu zweit, und ein kuschliger Abend vor dem Fernseher.

Heute ist der erste Tag nach vielen Wochen, an dem ich wirklich, wirklich keine einzige Verpflichtungen habe! Herrjeh, natürlich gäbe es da ein paar Dinge, die ich erledigen sollte (zum Beispiel mal meine liegen gebliebene und immer noch verschlossene Post), aber da ist nichts dabei, das nicht auch noch bis morgen warten könnte.

Heute ist mein offizieller, letzter in diesem Jahr und schwer verdienter Nichts-Tu-Tag! Und an diesem besonderen und ganz persönlichen Tag genieße ich langsam und feierlich die wundervollen Vanillekipferln, die mein Lieblingssohn gebacken und zu Weihnachten mitgebracht hat.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen