8. Februar 2010

Den Winter austreiben?

Massen von Narren sind gerade überall dabei, den Winter austreiben zu wollen. Aber dieses Jahr ist der Winter besonders hartnäckig – so einfach lässt er sich nicht wegschicken!

Der Winter tut sein Bestes, um uns endlich mal wieder zu zeigen, was er drauf hat, und das seit vielen Wochen. Er schenkt uns wundervolle weiße Landschaften, die zum Spazieren gehen einladen, gefrorene Seen und Bäche, Pisten zum Schlitten fahren, kuschlige Abende mit Glühwein, heißer Schokolade oder dem Lieblingstee und so viel mehr.

Freuen wir uns darüber?

Sicher, der eine oder andere freut sich noch immer drüber, auch jetzt im Februar noch. So wie ich. Aber da gibt es die anderen, die über die weiße Pracht gar nicht glücklich sind. Sie ärgern sich. Über’s Schnee schippen. Über die Kälte. Über alles mögliche, das ich nicht so nachvollziehen kann und deshalb die Argumente vergessen habe. Entschuldigung. Ich kann nichts dafür. Ich gehöre zu denen, die sich auch jetzt, Mitte Februar, immer noch über jedes Flöckchen, das vom Himmel schwebt, freuen. Die es bedauern, wenn Tauwetter einsetzt und dafür sorgt, dass die Tage grau und matschig sind. Natürlich bin auch ich zum Schnee schippen eingeteilt, und das ist wirklich eine anstrengende Sache. Aber wie alles Unangenehme geht auch das vorbei, und nach dem Schnee schippen (und der danach einsetzenden totalen und allumfassenden Erschöpfung) stellt sich doch tatsächlich ein Wohlgefühl ein. Und das kann man dann wieder genießen.

Der beste Spruch, den ich in der letzten Woche gehört habe, kam von der Lieblingstochter: „Ich will jetzt endlich Sommer!“ „Kind,“ hab ich gesagt, „Sommer kommt erst in vier Monaten.“ Das wäre ja so, als würde jemand mitten im August auf einmal schlecht gelaunt den sofortigen Beginn der Weihnachtszeit fordern. (Ok. Kurz danach dürfen wir uns ja bereits an Spekulatius in den Supermarktregalen erfreuen.) Aber du verstehst, was ich meine.

Wer den Winter nicht mag, der mag ihn nicht. Besser dran ist auf jeden Fall der, der auch an ungeliebten Umständen etwas findet, das er mögen kann. Sich über Dinge zu ärgern, die man nicht ändern kann, frisst unnötig Energie. Da fällt mir doch ein, was der Theologe Friedrich Oetinger dazu gesagt hätte:

Gib mir Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann;
gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich zu ändern vermag,
und gib mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.

Den Winter können wir nicht austreiben, der bleibt, so lange er will. Also nehmen wir doch seine Angebote an und machen was draus!



Kommentare:

  1. dieses zitat das du dir da ausgesucht hast ist ein wirklich kluges. ich gehöre allerdings auhc zu den menschen, die den winter nicht so schätzen. oder eher die unannehmlichkeiten, die minus grade in kombination mit dem wind, vereiste straßen, schneefahrbahnen. ich mag den herbst (der immer viel zu kurz ist) und den frühling, die extremjahreszeiten sind nicht so mein ding. den winter mag ich so bis mitte jänner. dann hab ich einfach genug von 'wochenlang keine sonne'. mir ist aber auch klar, dass sich durch ewig drüber aufregen auch nix ändert...
    deine collage ist wunderschön. nur so einen winter haben wir hier nicht. mit ein bisschen sonne wäre ich ja schon glücklich. die kommt bei uns seit wochen aber nicht mehr durch. das drückt einfach die stimmung )=

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  2. danke für dein lob.

    du, ich verrate dir ein geheimnis: ich mag jede jahreszeit. nur - solche sommer, in denen man, wenn man pech hat, wochenlang bei sengender sonne und temperaturen um die 40 grad vor sich hin trocknet, die mag ich gar nicht. deshalb kann ich sehr gut verstehen, dass man irgendwas nicht mag und fast dran verzweifelt.

    wenn schon keine sonne - habt ihr denn schnee? dann wäre es immerhin heller als ohne, auch wenn die sonne sich nicht zeigen mag. noch nicht. irgendwann kommt sie schon wieder :o)

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