14. März 2010

Wohlfühltag

Wenn ich mal einen ganz besonderen Seelenstreichler brauche, dann fahre ich nach Stuttgart in die Markthalle. Am liebsten natürlich mit Schatzi.

Wir Frauen kennen das ja - mit Shoppen lässt sich so manches gute Gefühl herbeizaubern. Aber in der Stuttgarter Markthalle muss ich nicht unbedingt viel Geld ausgeben, um von allen Seiten Gutes zu erfahren. Schon der Duft, der mich in dieser historischen Umgebung empfängt, sobald ich die riesige schmiedeeiserne Tür durchschreite, ist unbeschreiblich. Er besteht aus einem spannenden Gemisch von hiesigen und mediterranen Wochenmärkten. Tatsächlich finde ich hier alle möglichen bekannten und unbekannten Obst- und Gemüsesorten, und jedes Mal, wenn ich hier bin, fällt mir wieder irgendetwas auf, das ich vorher nie gesehen hatte. Und dann diese kleinen Leckerschmecker, die ich aus Italien kenne - Focaccie, Arancini, Cipollizi... einfach herrlich!



Die Käufer, die hier an den Ständen stehen und Waren begutachten, sind natürlich meist Stuttgarter. Ganz besondere Stuttgarter. Die, die auch jetzt im März noch den Pelzmantel ausführen. Die hochdeutsch sprechen, zumindest denken sie das, aber einen ganz deutlichen schwäbischen  Stuttgarter Akzent in der Aussprache haben. Den meisten von ihnen geht es wohl ähnlich wie mir: Der Einkauf in der Markthalle ist eben etwas besonderes, fast feierliches. Da kauft man nicht einfach ein, da zelebriert man den Einkauf :o)



Eine Etage höher finde ich mein Eldorado: Hier gibt es alles für Haus und Garten, und natürlich finden wir uns zuerst vor einem riesigen Tisch mit Kochbüchern aus aller Herren Länder wieder. Geschirr, Kücheneinrichtungen mit antikem Flair, Kronleuchter, Gartenaccessoires - ein Gewimmel von Dingen, die aber doch alle irgendwie ein harmonisches Ganzes bilden.



Schön, dass ich heute meine Digi dabei habe. Und schön, dass ich bestimmt schon 30 Fotos geschossen habe, bevor eine sehr höfliche und sehr nette Verkäuferin mich sehr nett und sehr zerknirscht drauf hin weist, dass es nicht so gern gesehen wird, dass dort fotografiert wird. Und so endet meine Fotodoku leider, bevor ich in die Abteilung Kunterbunt komme, in der es so viele Artikel aus diesen quietschbunten Stoffen gibt, die mich in der Bloggerwelt immer wieder inspirieren.



Am späten Nachmittag fahren wir nach Hause, mit vielen Ideen im Kopf, was wir am Abend brutzeln möchten. Das Abendessen wird superlecker, der Abend urgemütlich. Ok, vorher sitze ich noch eineinhalb Stunden in meinem plötzlich überschwemmten Bad unter dem Waschbecken und stochere mit einem langen Draht im Syphon herum. Das schmälert meine Laune aber nur wenig. Wie könnte es auch, mit diesem Fundus an Eindrücken, Düften und Inspirationen im Hinterkopf, den ich diesem Tag zu verdanken habe. Außerdem macht es mich fast stolz, dass ich diese Herausforderung auch noch gemeistert habe und das Wasser jetzt wieder ungehindert abfließt :o) 

Ach ja, (nach einer schnellen Dusche) beim Abendessen (das Schatzi ohne mich zubereiten musste, weil ich ja mit Stochern beschäftigt war), finde ich neben meinem Teller ein kleines Buch, das er - von mir unbemerkt - in der Markthalle für mich mitgenommen hat: "Ein perfektes Wochenende in Paris". Nur für mich. Als Vorschau für einen weiteren Seelenstreichler :o)

Kommentare:

  1. Huhu Du Liebe,
    ja, ja, ja - kann ich 100%ig bestätigen. Ich liiiiiiebe die Markthallen. Die Stimmung, der Geruch, das Gewusel macht einfach gute Laune. Wenn ich dann nach dem Besuch noch eine Li-La-Latte kriege ist der Tag mein Freund lol. Tollen Wochenstart und GLG Myriam

    AntwortenLöschen
  2. Moin Myriam,

    dacht ich mir's doch, dass du die auch kennst :o)

    Gestern habe ich übrigens an dich gedacht: In Ludwigsburg habe ich den größten Cappuccino der Welt getrunken, im "BarOn" am Marktplatz. Hab ihn ohne anschließenden Tatterich überstanden :o)

    Dir auch ne gute Woche und herzliche Grüße!

    AntwortenLöschen