24. Oktober 2012

Buchempfehlung

Wenn du mal eine längere Zugfahrt machst - und es dich nicht stört, dass dich die Mitreisenden erstaunt und neugierig ansehen, weil du von Zeit zu Zeit beim Lesen laut heraus lachst.

Wenn du abends im Bett noch lesen möchtest, nur ein Viertelstündchen, und am nächsten Morgen deine Nachbarn fragen, was es zu nachtschlafender Zeit eigentlich zu Kichern gab.

Wenn du dieses Buch das erste Mal in der Hand hältst, den Klappentext liest und es nicht erwarten kannst, endlich daheim auf dem Sofa zu sitzen - nur du und dein neues Buch.

Dann... ja, dann hast du bestimmt nach "Mein Leben als Mensch" von Jan Weiler gegriffen. Er erzählt in lockerem Plauderton von seinem mittlerweile berühmten Schwiegervater Antonio Marcipane, oder von seinem kleinen Sohn Nick. Vielleicht auch von seiner geliebten Frau oder seiner prä-pubertären Tochter. Egal, um wen es geht, du wirst dich amüsieren. Auf jeder Seite. Versprochen.




12. Oktober 2012

Gedanken

Überlegungen. Manchmal drängen sich Gedanken regelrecht auf. Gibt es eigentlich Zeitschleifen? Und wenn ja, wie sehen die aus? Ein Gedanke folgt dem nächsten.

Heute ist der 2. Todestag meiner Mutter. Manche Menschen haben an solchen Tagen jedes Jahr schlechte Gefühle, trauern, leiden, weinen. Ist es die so genannte Zeitschleife, die einen das erleben lässt? Oder ist es nicht eher so, dass man sich diese Schleife selbst schlingt? Gibt uns die Zeit ansich Gelegenheit, schöne oder traurige Dinge immer und immer wieder zu empfinden?

Nein, ich glaube nicht. Zumal die Zeit sich wahrscheinlich um unseren selbst gebastelten Gregorianischen Kalender überhaupt nicht kümmert. Wir selbst schaffen es manchmal, uns durch den Blick auf den Kalender mit bestimmten Emotionen zu belegen. Wüsste ich nicht, dass heute der 12. Oktober ist, wäre es für mich ein stinknormaler Tag. Isses aber nicht.

Ja, ich bin heute traurig. Weil ich ganz besonders heute dran denke, wie sehr und wie lange meine Mutter leiden musste, bevor sie diese Welt verlassen durfte. Wie es war, als der Arzt mich auf der Arbeit anrief, um mir die traurige Mitteilung zu machen. Dass ich Gott sei Dank kurz vorher noch bei ihr gewesen bin. Dass ich unglücklicherweise gerade in diesem Moment nicht bei ihr sein konnte. Weil mich dieser Tag dran erinnert, dass sie nicht mehr hier ist. Ich bin traurig, weil sie mir fehlt.

Ich möchte die andere Seite sehen: Wie geht es wohl meiner Mutter jetzt gerade? Sicher gut, und sicher ist sie glücklich, mit all ihren Lieben verbunden zu sein, die sie ihr Leben lang vermisst hat. Wir, die wir noch hier auf der Erde sind, fehlen ihr sicher auch. Aber eines Tages werden wir dort auch ankommen, und dann gibt es ein großes Hallo, wir freuen uns alle, uns wieder zu sehen, haben uns bestimmt ne Menge zu erzählen und lachen zusammen wie in alten Zeiten.

Bis dahin wurschteln wir uns hier durch, freuen uns am Geschenk des Lebens und sind ganz im Leben. Manchmal ein bisschen traurig, aber ganz oft mit einem breiten Lächeln.