12. Oktober 2012

Gedanken

Überlegungen. Manchmal drängen sich Gedanken regelrecht auf. Gibt es eigentlich Zeitschleifen? Und wenn ja, wie sehen die aus? Ein Gedanke folgt dem nächsten.

Heute ist der 2. Todestag meiner Mutter. Manche Menschen haben an solchen Tagen jedes Jahr schlechte Gefühle, trauern, leiden, weinen. Ist es die so genannte Zeitschleife, die einen das erleben lässt? Oder ist es nicht eher so, dass man sich diese Schleife selbst schlingt? Gibt uns die Zeit ansich Gelegenheit, schöne oder traurige Dinge immer und immer wieder zu empfinden?

Nein, ich glaube nicht. Zumal die Zeit sich wahrscheinlich um unseren selbst gebastelten Gregorianischen Kalender überhaupt nicht kümmert. Wir selbst schaffen es manchmal, uns durch den Blick auf den Kalender mit bestimmten Emotionen zu belegen. Wüsste ich nicht, dass heute der 12. Oktober ist, wäre es für mich ein stinknormaler Tag. Isses aber nicht.

Ja, ich bin heute traurig. Weil ich ganz besonders heute dran denke, wie sehr und wie lange meine Mutter leiden musste, bevor sie diese Welt verlassen durfte. Wie es war, als der Arzt mich auf der Arbeit anrief, um mir die traurige Mitteilung zu machen. Dass ich Gott sei Dank kurz vorher noch bei ihr gewesen bin. Dass ich unglücklicherweise gerade in diesem Moment nicht bei ihr sein konnte. Weil mich dieser Tag dran erinnert, dass sie nicht mehr hier ist. Ich bin traurig, weil sie mir fehlt.

Ich möchte die andere Seite sehen: Wie geht es wohl meiner Mutter jetzt gerade? Sicher gut, und sicher ist sie glücklich, mit all ihren Lieben verbunden zu sein, die sie ihr Leben lang vermisst hat. Wir, die wir noch hier auf der Erde sind, fehlen ihr sicher auch. Aber eines Tages werden wir dort auch ankommen, und dann gibt es ein großes Hallo, wir freuen uns alle, uns wieder zu sehen, haben uns bestimmt ne Menge zu erzählen und lachen zusammen wie in alten Zeiten.

Bis dahin wurschteln wir uns hier durch, freuen uns am Geschenk des Lebens und sind ganz im Leben. Manchmal ein bisschen traurig, aber ganz oft mit einem breiten Lächeln.




Kommentare:

  1. Bedingt kann ich Deine Gedanken nachvollziehen.
    Meine Mutter starb heute auf den Tag 13 Jahre und 4 Monate.
    Allerdings ganz spontan. Mit 65. Herzlungenimbolie. Blumen ausgeschnitten und dabei tot umgefallen. Ein schöner Tod. Ich hatte sie ca. 30min vorher noch gesehen, da hat sie über starke Kopfweh geklagt. Mein großer Sohn hat die Oma zwischen den Blumen gefunden. Wir hatten allerdings ein sehr gutes Verhältnis und ich bin "zu Tod" froh, dass es zwischen uns nichts unausgesprochenes gab/gibt. Nichts ungesagtes. Ich habe mir über Monate und Jahre mehr sorgen um meinen Dad gemacht, der der Situation seine große Liebe verloren zu haben völlig hilflos gegenüber stand.
    Halt die Ohren steif.
    Sunstorm

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  2. Hi Süße,
    ... genauso ist es.... sie ist jetzt unheimlich glücklich und wird auf Dich warten... das ist doch auch ein schöner Gedanke. Und Du kannst immer mit einem breiten Lächeln an die schönen Dinge mit ihr denken und deshalb wird sie in Deinem Herzen auch immer bei Dir sein und von oben auf Dich aufpassen.
    Lieben Dank noch für Deine Geburtstagswünsche und ein wunderschönes Wochenende
    Huggibuzzels Myriam

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  3. Vielen Dank, ihr beiden, für eure lieben Kommentare!

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